Ich sitze in einem Käfig, kein Schlüssel, kein Wärter, die Tür verschlossen. Menschen, wie Blinde,
eilen vorbei, schauen ins Leere. Wohin gehen sie? Nehmt mich mit! Ich will raus, raus aus diesem Käfig! Ich rüttle am Gitter, rufe. Doch niemand hört.
Mitten unter Menschen bin ich allein.
Jahre in diesem Käfig. Meine Finger umkrampfen das Gitter nicht mehr. Mein Mund ist stumm, mein Ohr fast taub, mein Blick ist leer.
Ich sitze in meinem Käfig, den Rücken an die Gitterstäbe gepresst. Das Eisen fühle ich längst nicht mehr. Bin ich tot? Ich lausche. Geräusche dringen ins Ohr.
Ich öffne die Augen zu einem Spalt. Unbeirrt gehen die Menschen ihren Weg. Nein, ich bin noch in dieser Welt. Wieder werden die Lider schwer.
Schritte, ganz nah. Eine Hand schiebt den Riegel beiseite. Endlich! Langsam erhebe ich mich, schwanke, torkle durch die Tür.
Ich kann nicht gehen! Mit jedem Schritt trete ich Menschen auf die Füße und bringe ihren Tritt aus dem Rhythmus. Unverständnis. Erbarmungslos reißt mich der Strom der
Eilenden mit. Ich sehne mich nach meinem Käfig, taste nach der rettenden Hand. Doch sie ist verschwunden. Und wieder bin ich allein – mitten unter Menschen.