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Ich sitze allein im Theater. Wie heißt doch gleich das Stück? Ich komm nicht drauf und ärgere mich, dass ich kein Programmheft gekauft habe. Noch ist es still, die Musik schweigt. Leise bewegt sich der Vorhang. Zwei Hände schieben sich hindurch und schließen den Spalt. Es müsste doch schon losgehen! Abermals öffnet sich der Vorhang. Ein paar Bretter der Bühne werden sichtbar. Bevor ich erkennen kann, was darauf steht, schließt er sich wieder. Warum dauert das so lange? Ist etwas nicht in Ordnung? Das Spielchen wiederholt sich. Nervös blicke ich auf die Armbanduhr. Zeitverschwendung! Die Vorstellung müsste längst begonnen haben! Am liebsten würde ich mein Geld zurückverlangen und nach Hause gehen. Doch ich erwarte für die Verzögerung wenigstens eine Erklärung und bleibe sitzen. Kein Kommentar, keine Entschuldigung – im Gegenteil: In immer schnellerer Folge öffnet und schließt sich der Vorhang und ich begreife: Das Auf und Zu gehört zum Spiel! Ich ziehe den Ärmel über die Uhr, warte. Endlich ist die spärlich beleuchtete Bühne frei! Schemenhaft zeigen sich erste Gebilde. Ich versuche die Szene zu entschlüsseln, den Zweck zu erraten. Schwierig: Die Figuren sind zu Stein erstarrt, die Gegenstände ergeben keinen Sinn und ich weiß noch immer nicht, was da vorn gespielt werden könnte. Merkwürdig. Dieses Bild kommt mir irgendwie bekannt vor. Habe ich das Stück vielleicht schon mal gesehen? Ich grüble, kann mich aber beim besten Willen nicht erinnern. Es wird hell, die Musik spielt. Allmählich erwachen die Figuren aus ihrem Dornröschenschlaf und das Bild beginnt zu leben. Ich halte den Atem an: Dieses Stück kenne ich tatsächlich! Gefesselt sitze ich auf meinem Stuhl und die Welt um mich herum versinkt. Schüttelfrost. Ich fiebere dem Ende entgegen, denn ich habe vergessen,
wie es ausgehen wird. Applaus. Der Vorhang schließt sich. Die Aufführung
brachte die Erinnerung zurück. Die Welt hat mich wieder.
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